Entstehung der Kontakte
Chronologie der Begegnungen
Kontakte: Zusammenfassung
Entwicklung als Zeitstrahl
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Kontakte zwischen der Ev. Jugend im Kirchenkreis Hannover-Ost und dem Autokranwerk Ivanovo
Allgemeines über Ivanovo
Ivanovo liegt ca. 300 km nordöstlich von Moskau, in einer wald- und wasserreichen Landschaft, an Mittelschweden erinnert. Die Stadt ist ungefähr so groß wie Hannover und hat in etwa die gleiche Einwohnerzahl. Ivanovo ist eine Industriestadt (hauptsächlich Textilindustrie und Maschinenbau).
Jugendbegegnungen
1990 gab es die ersten Kontakte nach Ivanovo. Im Herbst 91fuhr eine kleine Gruppe aus Hannover nach Ivanovo und nahm Kontakt zum Autokranwerk Ivanovo auf. Im Herbst 92 besuchte uns erstmals eine Gruppe mit 22 Jugendlichen und 2 Betreuern aus dem Autokranwerk für 14 Tage in Hannover.
Ostern 93 fuhren wir erstmals mit einer Gruppe von 15 Personen für 10 Tage nach Ivanovo und waren Gäste des Autokranwerkes. Seither hat es regelmäßig verschiedene Begegnungen größerer und kleinerer Gruppen in Hannover und in Ivanovo gegeben.
Thematische Arbeit
Unsere Begegnungen stehen seit Beginn unter dem Motto: "Geschichte bedenken - Zukunft gestalten." Von Anfang an prägte ein Satz unsere Begegnungsarbeit: "Wer seine Geschichte nicht kennt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen."
Das bedeutet konkret, daß das Thema "Vergangenheitsbewältigung - Versöhnung" immer theoretischer und praktischer Inhalt unserer Begegnungen war. In praktischer Hinsicht, pflegen wir gemeinsam in Tschernzy (bei Ivanovo) einen Kriegsgefangenenfriedhof und halten dort regelmäßig Gedenkveranstaltungen ab. Besonders eindrücklich war dies sicher 1995, als sich das Kriegsende zum 50. Mal jährte und wir eine Gedenkfeier mit einer Pastorin der Jakobi Gemeinde Hannover und einem Priester der russisch-orthodoxen Kirche veranstalteten. Auch Angehörige, der auf dem Friedhof Begrabenen, nahmen an dieser Feier teil.
Zu den Programmen in Hannover gehören der Besuch des sowjetischen Friedhofes in Bergen-Belsen, der Besuch in Oerpke (bei Bergen-Belsen) mit einem Vortrag über die Situation russischer Kriegsgefangener und einer Gedenkfeier auf dem dortigen sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof und/oder ein Besuch des sowjetischen Ehrenmals am Maschsee. Viele Gespräche unter den Jugendlichen und mit Zeitzeugen aus Deutschland und Ivanovo sind fester Bestandteil der Begegnungen.
Begegnung mit der russisch-orthodoxen Kirche
Von Anfang an bestand ein Teil unseres Programmes auch in Besuchen bei verschiedenen russisch-orthodoxen Kirchen in und bei Ivanovo. Bei mehreren Treffen mit dem Erzbischof der Eparchie Ivanovo besprachen wir die Möglichkeit von Kontakte direkt zwischen Kirchengemeinden in Hannover und Ivanovo (s. "Früchte" unserer Begegnungen).
1993 verbanden wir eine Jugendbegegnung im Ferienlager des Autokranwerkes mit einem kleinen Hilfstransport. Mit Hilfe der Gemeinden des Kirchenkreises, der Stadtmission, des Landessuperintendenten, des Landeskirchenamtes, des Stadtkirchenverbandes u.v.a. wurden Bibeln, Kinderbibeln, Materialien für den Kindergottesdienst, aber auch Grundnahrungsmittel und gespendete Kleidung nach Ivanovo gebracht. Wir brachten sie zu den uns bekannten Priestern, die sie in ihren Gemeinden verteilten.
Wirtschaftliche Lage
Die wirtschaftliche Lage und der Umbruch in Rußland/der ehemaligen Sowjetunion wirkt sich leider auch auf unsere Begegnungsarbeit aus. Während die Begegnungen 1992 noch vom Autokranwerk finanziell mitunterstützt wurden, war diese finanzielle Hilfe später nicht mehr möglich. Das Autokranwerk selbst konnte zeitweise die Löhne ihrer Arbeiter nicht auszahlen. Deshalb ist es in den vergangenen Jahren zunehmend notwendig geworden, von unserer Seite einen Großteil der Kosten der gesamten Begegnungen in Hannover und in Ivanovo zu übernehmen. Da auch unsere finanziellen Mittel immer begrenzter werden, geht seit einiger Zeit ein großer Teil unserer Energie in die Suche neuer Finanzquellen, z.B. in Form vom Herantreten an private Stiftungen, Bitten um Spendengelder etc.
Viel Kreativität und Engagement ist dazu notwendig. Dies ist glücklicherweise auch auf Seiten unserer Partner in Ivanovo vorhanden, die beispielsweise unseren letzten Besuch praktisch privat organisierten und alle möglichen Kontakte dazu nutzten (z.B. zu anderen Betrieben, zwecks Unterbringung in einem Erholungsheim; zu Werkstattmeistern zwecks Organisation eines Reisebusses etc.).
"Früchte" unserer Begegnungen
Mittlerweile gibt es als Folge unserer Begegnungen viele neue private und offizielle Kontakte.
Die Jakobi Gemeinde Kirchrode hat eine Partnerschaft zur Gemeinde in Michajlowskoje begonnen und empfing 1996 erstmals eine Delegation der Gemeinde sowie des Furmanow Chores. Im Herbst 1997 fuhr eine Gemeindegruppe zu einem Besuch nach Ivanovo und Michailowskoje.
An einigen unserer Reisen nahmen auch Angehörige, der auf dem Friedhof Begrabenen teil. Sie standen zum ersten Mal am Grab ihres Vaters, Großvaters oder Ur-Großvaters und waren tief beeindruckt von diesem Erlebnis. Dies bot auf unseren Fahrten immer wieder Anlaß zu Gesprächen mit "ZeitzeugInnen". Die Angehörigen haben zum Teil sehr persönliche Kontakte zu Jugendlichen/jungen Erwachsenen aus dem Autokranwerk geschlossen und laden sie nun teilweise zu Privatbesuchen nach Deutschland ein.
Einige Jugendliche aus Ivanovo, die bei früheren Begegnungen als Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitfuhren, sind mittlerweile als Leiterinnen und Leiter, als Organisatorinnen und Organisatoren der Begegnung tätig.
Bei unserer Begegnung machten wir unsere PartnerInnen aus dem Autokranwerk mit dem Sekretär des CVJM/YMCA-Ivanovo bekannt. In Kooperation zwischen Jugendlichen aus dem Autokranwerk und dem YMCA-Ivanovo entstanden dort Ansätze von Jugendarbeit.
Ausblick
Nach unserer nunmehr 6jährigen direkten Begegnungsarbeit mit dem Autokranwerk Ivanovo haben wir vielfältige Kontakte in Ivanovo und in Hannover geknüpft. Viele Fehler und Mißverständnisse der Anfangszeit sind überwunden, trotzdem sind auch wir nicht fehlerfrei (das wäre ja auch langweilig). Bei unseren Begegnungen 1998 wollen wir uns nun verstärkt auch auf den zweiten Teil unseres Mottos: "Geschichte bedenken - Zukunft gestalten" besinnen. Fragen nach der persönlichen und beruflichen Zukunft sind für Jugendliche in Rußland und in Deutschland gleichermaßen von großem Interesse.
Ostern 1998 waren wir wieder mit einer Gruppe der Ev. Jugend aus dem Kirchenkreis Hannover-Ost in Ivanovo und besuchten unsere PartnerInnen aus dem Autokranwerk. Für den Herbst ist der Besuch einer Gruppe in Hannover in Vorplanung.
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