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Am Hauptstück des protestantischen Kirchenraumes, dem großen Altar im Hauptchor, soll der Rundgang beginnen und dann im Uhrzeigersinn weiterführen. Der mittelalterliche Sakramentsaltar war bis 1663 der Hauptaltar der Marktkirche. Damals musste er - wie bereits berichtet - dem barocken Aufbau weichen, kam in die Ägidienkirche und von dort 1856 als Leihgabe in das Welfenmuseum, die heutige Niedersächsische Landesgalerie. Dank seiner Auslagerung an einen sicheren Ort überstand er den Krieg. Leider verlor der Altar seine zweiten äußeren Flügel. Einer ist seit 1825 verschwunden, ein Rest des anderen gelangte 1939 ebenfalls in die Landesgalerie. Neben der Predella fehlen auch die drei den Kalvarienberg umschwebenden Engel.
Die ersten fünf Szenen zeigen Jesus, der mit dem Einzug in Jerusalem, der Tempelreinigung, der Einsetzung des Sakraments, der Fußwaschung und dem Gebet in Gethsemane das Sühneopfer seines Lebens vorbereitet. In den folgenden Bildern wird der Sohn Gottes an die führenden Juden ausgeliefert, es folgen Anklagen vor dreifachem Richterstuhl, Entblößung und Geißelung. In den nächsten fünf Szenen übernimmt die römische Macht die Initiative und kreuzigt Jesu.
Die letzten fünf Szenen sind dem Danach gewidmet: Kreuzabnahme, Grablegung, Besuch der Toten, Auferstehung und Richterstuhl zeigen, dass alles, was gelebt hat, Christi Urteil empfangen wird.
Nachrichten zur Entstehung des Kunstwerkes sind nicht überliefert. Einen Ansatzpunkt gibt jedoch die Tatsache, dass zwölf der Szenen Motive aus den Kupferstichen zur Passion Christi des Martin Schongauer aus Colmar/Elsass zitieren, die zwischen 1475 und 1485 gestochen wurden. Die Personen sind sehr drastisch und voller Bewegung wiedergegeben, wobei auch kleine Details wie Tiere und Utensilien des täglichen Lebens nicht vergessen werden. Die Rückseite der starr montierten Flügel schildert Geschehnisse aus dem Leben der beiden Heiligen Jacobus d. Ä. und Georg. Rechts: Martyrium des Georg durch brennende Fackeln Gott erhört die Bitten Georgs und lässt die Götzen stürzen und den Tempel des Apollon einfallen. Georg soll gerädert werden, aber durch ein Unwetter wird das Rad zerstört und der Henker erschlagen Enthauptung des Georg. Links: Rückkehr Jacobus d. Ä. nach Judäa und Berufung am See Genezareth Jacobus sendet Filetus sein Schweißtuch, um ihn aus der Starre zu lösen, in die ihn der Zauberer Hermogenes versetzt hat Jakob tauft Josias Enthauptung des Jacobus. Die Erzählungen sind in der Legenda aurea des Genuesen Jacobus de Voragine niedergeschrieben, die Berufung des Jacobus wird im Matthäusevangelium geschildert. Georg galt als einer der 14 Nothelfer, Jacobus d. Ä. als Schutzheiliger der Pilger und Kaufleute. Der unbekannte Maler der dargestellten Bilder hat neben knappen Andeutungen fein durchgearbeitete Elemente daneben gesetzt, von denen die Takelage des Schiffes des Jacobus und die Städtebilder im Hintergrund besonders zu nennen sind. (Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Bilder des Altars finden Sie unter 'Geschichte, Der Altar der Marktkirche' oder einfach hier: http://www.kirche-hannover.de/marktkirche/geschichte/Altar%201.html). |
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