Lernen, Begegnung, Gemeinschaft – ein Erfahrungsbericht aus dem Sprachcafé

Nachricht Hannover, 02. Dezember 2024
Foto: Inna Zrayenko

Moba ta kaba

So steht es in großen Buchstaben am Eingang des Sprachcafés, vorn, links vor dem Haupteingang zur Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde.

In der Woche zwischen 13 und 15 Uhr herrscht dort reger Betrieb: Menschen aus aller Welt treffen sich, um Deutsch zu lernen. Auch wenn manche schon lange hier leben, ist allen bewusst: Deutsch ist keine leichte Sprache. Deshalb wird sich gemeinsam hingesetzt und das Beste gegeben – von den Teilnehmenden ebenso wie von den Sprachmittler*innen. Wer gerne mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen und kann einfach im Café vorbeikommen. Neue Begegnungen werden mit Freude erwartet!

Möglich wird dieses Angebot durch ein engagiertes Team ukrainischer Frauen, das Tag für Tag für den „Service“ sorgt. Es werden frischer Tee und Kaffee angeboten, dazu Kekse und inzwischen bringen auch Gäste Selbstgebackenes mit.

Wird nach den Eindrücken der Besuchenden gefragt, ist die Rückmeldung eindeutig: Das Café wird als eine gute Möglichkeit erlebt, neue Menschen kennenzulernen und Deutsch zu lernen. Besonders geschätzt werden die gute Atmosphäre, der herzliche Umgang miteinander und der gute Service mit leckerem Tee. Viele erzählen, dass sie sich hier wie in einer Familie fühlen. Auch die Offenheit des Angebots wird hervorgehoben, etwa dass man ohne Anmeldung kommen kann, nicht nur seine Deutschkenntnisse verbessert, sondern auch Informationen austauscht und Freundschaften schließt. Dabei treffen sich hier Menschen aus verschiedenen Ländern, nicht nur aus der Ukraine.

Groß ist zudem das Interesse an Kultur und Zeitgeschichte. „Ich kann hier über ganz verschiedene Themen sprechen, das ist sehr interessant“, sagt eine junge Frau. Eine andere berichtet: „Morgens gehe ich zum offiziellen Sprachkurs, mittags komme ich hierher. Ich bin so froh, dass es diese Möglichkeit gibt. Hier fühle ich mich wie in meiner Familie.“ Eine ältere Frau ergänzt: „Ich möchte meine Sprache verbessern, weil ich ehrenamtlich arbeiten will. Wir danken euch.“

Dieser Dank wird von allen gespürt, die gemeinsam mit dem Café-Team vor Ort sind. Das Sprachcafé ist ein Ort, an dem viel gelernt wird – vor allem Menschlichkeit und Herzenswärme. Seit einem Jahr besteht dieses Angebot, und es ist ungewiss, wie lange der Bedarf noch anhalten wird. Doch solange der Krieg in der Ukraine andauert, soll das Café weiterbestehen. In den freien Stunden findet außerdem eine ukrainischsprachige psychologische Beratung im Café statt, die sehr gut angenommen wird.

Am 26. Dezember 2024 um 12 Uhr soll schließlich ein Weihnachtsgottesdienst in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche gefeiert werden. Dazu wird herzlich eingeladen.