Pastor Alexander Gross aus Odessa zu Besuch im Sprachcafé und im Flüchtlingsnetzwerk

Nachricht Hannover, 13. Januar 2026
Pastor Alexander Gross besucht das Evangelische Flüchtlingsnetzwerk Hannover. Foto: privat.

Am 13. Januar 2026 besuchte Pastor Alexander Gross das Evangelische Flüchtlingsnetzwerk Hannover. Am Tag zuvor traf er auch Menschen aus der Ukraine und anderen Teilen der Welt in einer der Sprachlerngruppen im Sprachcafé „Mova ta Kava“. Pastor Alexander Gross ist Synodenpräsident der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche der Ukraine (DELKU), die aktuell rund 900 Mitglieder zählt und betreut als Pastor fünf Gemeinden im Raum Odessa.

Die Gemeinden der DELKU verstehen sich als zentraler Ort der Gemeinschaft. In Verbindung mit Bibelkreisen und Glaubenskursen entstehen oft unvorhergesehen Räume für die seit 2014 durch den russischen Angriffskrieg belasteten Menschen, um über psychologische Probleme zu sprechen – ein Angebot, das in der Ukraine als selbständiges Angebot einer psychologischen Beratung nur selten in Anspruch genommen wird. Pastor Alexander Gross betont, dass die Kirche den Menschen damit auf besondere Art hilft und ihnen ermöglicht, trotz der Drohnenangriffe und unsicheren Lage, weiterzuleben. Damit bietet die Kirche den Menschen Halt und Zuversicht.

Pastor Alexander Gross zu Besuch bei einer Sprachlerngruppe im „Mova ta Kava“. Foto: Markus Lesinski

Im Raum Odessa entwickeln die Gemeinden unterschiedliche Schwerpunkte, angepasst an die Menschen in den Gemeinden und ihren Wohnorten. Die Gemeinde St. Pauli im Herzen Odessas bietet eher klassisch kirchliche Angebote an. In Petrodolynskoe werden vor allem Flüchtlinge betreut, die zuvor in von Russland besetzten Gebieten lebten. Sie werden insbesondere durch diakonische und praktische Beteiligungsmöglichkeiten beim Ein- und Mitleben unterstützt. In Novohradkiwka gibt es das Pfarrhaus als bisherigem Versammlungsort der Gemeinde. Eine alte Kirchenruine aus der Zeit der deutschen Kolonialisten prägt das Dorfbild, die zur „Kirche der Hoffnung“ umgebaut werden und die reiche Sozial- und Kinderarbeit der Gemeinde unterstützen soll. Das dreistöckige Gebäude wird eine Sozialküche, ein Kinderzentrum sowie eine Winterunterkunft für Senior*innen beherbergen. Gerade ältere Menschen betrifft die Armut in der Ukraine. Mit der Winterunterkunft soll einer erhöhten Sterberate vor allem während der extremen Wintertemperaturen entgegengewirkt werden.

Eindrucksvoll für alle Besuchenden der beiden Begegnungen war, wie die Gemeinden die Menschen vor Ort in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen und sich gezielt um ihre Bedürfnisse sowohl spirituell, seelsorgerlich und psychologisch als auch diakonisch und sozial kümmern. „Wir predigen und leben Liebe und Hoffnung“, sagte Pastor Alexander Gross zum Abschluss.