Grußwort von Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp zum Malprojekt „Paint From Life“

Nachricht Hannover, 28. März 2026
Foto: Markus Lesinski

Liebe Freundinnen und Freunde des Roderbruchs, liebe Gäste, liebe Mitwirkende,

es ist ein großes Geschenk, heute hier miteinander etwas zu beginnen. In einer Stadt wie Hannover, die vielfältig, so lebendig und manchmal ebenso herausfordernd ist, brauchen wir Orte, an denen Menschen nicht nur ankommen, sondern aufblühen können. Orte, an denen Geschichten nicht verloren gehen, sondern Gestalt gewinnen. Orte, an denen wir uns gegenseitig wahrnehmen - jenseits von Herkunft, Sprache oder Status.

Diakonie ist übrigens genau so ein Ort. Sie ist kein Gebäude und kein Verwaltungsbegriff. Diakonie ist viel mehr, Diakonie ist Haltung: Wir sehen hin. Wir hören zu. Wir schaffen mit der Kirche vor Ort wie hier Räume, in denen Menschen sich zeigen dürfen - mit allem, was sie mitbringen. Und genau deshalb freue ich mich so sehr über den Auftakt von Paint From Life.

Dieses Malprojekt verbindet Seelsorge, Kunst und Begegnung auf eine Weise, die mich berührt. Menschen aus aller Welt malen hier nicht nur „schön",", sondern auch wahr. Sie malen das, was sie bewegt, was sie hoffen, was sie tragen. Sie malen das Unsichtbare sichtbar. Und manchmal entsteht dabei etwas, das wir in der Diakonie gut kennen: ein Moment, in dem jemand spürt: Ich bin nicht allein. Ich werde gesehen.

Bevor wir gleich gemeinsam in diesen kreativen Prozess starten, möchte ich eine kleine Kritzelei mit Ihnen teilen: (Eine Person steht vor einem leeren Blatt Papier und sagt: „Ich sehe nichts." Daneben steht eine zweite Person und antwortet: „Perfekt - dann ist noch alles möglich.") Diese kleine Szene erinnert daran, dass Kunst kein Wettbewerb ist. Sie ist Gespräch. Ein erster Strich, der sagt: „Ich probiere es." Und ein zweiter, der sagt: „Ich bin dabei." Und manchmal beginnt das Sichtbarwerden genau dort, wo wir noch nichts sehen.

Ich bin dankbar, dass Antonia Jacobsen und Valentina Wellbrock uns gleich hineinnehmen in dieses gemeinsame Tun. Sie schaffen mit ihrer Erfahrung, ihrer Ruhe und ihrer Freude am Malen einen Raum, in dem Menschen sich öffnen können - manchmal ohne ein einziges Wort.

Ich wünsche uns einen Nachmittag voller Farbe, Begegnung und Entdeckungen. Möge das, was heute entsteht, uns verbinden und stärken Und uns daran erinnern, dass in jedem Menschen ein Bild steckt, das gesehen werden will. Lassen wir das Unsichtbare sichtbar werden.

Liebe Grüße, Ihr Friedhelm Feldkamp