Handauflegen kann heilend sein

Veranstaltung Kirche der Stille, Sticksfeld 6/Thie 8, 30539 Hannover, 14. Februar 2026

Übungskreis in der Kirche der Stille/Offenes Angebot zum Kennenlernen

Am 14.02.2026, 16:30 Uhr

Gudrun Lembke legt einer Teilnehmerin des Übungskreises die Hände auf. Foto: Sabine Dörfel

Mit Stille fängt es an. Dann sprechen die acht Teilnehmenden ein Gebet, manche haben die Augen dabei geschlossen. Eine kurze Runde zur Begrüßung folgt. Für den heutigen Abend hat Übungsleiterin Gudrun Lembke ein Thema mitgebracht, es geht um das „Handauflegen im Sitzen“. Jeden dritten Donnerstag im Monat trifft sich in der Kirche der Stille auf dem Kronsberg eine Gruppe von Interessierten, die ihre Fähigkeiten des Handauflegens weiter schulen wollen.

Das Handauflegen, eine uralte Geste des Segnens und Heilens, wird nach der Methode der vor knapp 20 Jahren gegründeten „Open-Hands“-Schule praktiziert. „Wir orientieren uns dabei an einem Ablauf, den die Initiatorin Anne Höfler entwickelt hat“, sagt Lembke. Sie bittet eine Teilnehmerin, sich auf einen Hocker zu setzen. Dann spricht sie das Heilgebet und zeigt der aufmerksam zuschauenden Gruppe, wo und wie die Hände aufgelegt werden. Lembke beginnt an der Schulter, berührt dann die Arme, Hände und das Knie der still dasitzenden Frau. Jede Geste wird langsam und achtsam ausgeführt. Lembke lässt ihre Hände jeweils ein paar Minuten an den berührten Stellen liegen. „Ihr könnt die Hände aber auch ein bisschen entfernt vom Körper halten, wenn jemand keinen direkten Kontakt mag“, sagt sie. Eine Segensgebärde, die den ganzen Körper der Empfangenden umfasst, rundet die Demonstration ab. „Nun könnt ihr jeweils zu zweit üben“, ermuntert Lembke die Anwesenden, die sich schnell im Kirchenraum verteilen und das eben Erlernte miteinander ausprobieren.

Seit rund vier Jahren leitet die Gartenbaulehrerin den Übungskreis in der Kirche der Stille, in der auch Einführungskurse für das Handauflegen stattfinden. Warum erlernen Interessierte diese traditionelle Methode? „Anne Höfler hat mich bei einem Vortrag mit ihrer persönlichen Ausstrahlung und spürbaren Kraft tief beeindruckt, da wollte ich mehr kennenlernen“, sagt Britta K.. Thomas R. hat nach Formen der Einkehr gesucht. Das Handauflegen empfand er als „niedrigschwellig“ und „angenehm unscheinbar“ angesichts eines Marktes von Angeboten mit großen Versprechen. „Natürlich und einfach“ ist das Handauflegen auch für Christine S., „eine uralte Geste, Mütter tun das oft intuitiv mit ihren Kindern“. Als ehemalige Klinikseelsorgerin kennt Hannelore G. „Rituale und Segenshandlungen“ und das Handauflegen ist für sie „die willkommene Fortsetzung einer spirituellen Aufgabe.“ Neben dem heilenden Aspekt ist das Handauflegen für die meisten Teilnehmenden auch eine Form der Kontemplation, bei der sie auch als Gebende in eine tiefe Ruhe kommen.

„Das Handauflegen wird manchmal als etwas Esoterisches oder Magisches angesehen“, sagt Lembke. „Doch das ist es auf keinen Fall. Zu unseren ethischen Regeln gehört, niemals eine Heilung zu versprechen. Sie kann geschehen oder auch nicht.“ Ohne das ausdrückliche Einverständnis der empfangenden Person würden die Handauflegenden nicht tätig. Für Lembke „ist es Christus, dessen Kraft sich in einer Heilung entfaltet“. Doch für das Handauflegen nach der „Open-Hands“-Schule sei ein ausdrücklich christlicher Hintergrund nicht erforderlich. „Das Gebet, das wir zu Beginn sprechen, richtet sich an eine umfassende göttliche Kraft“, erläutert sie. „Und diese zeigt sich für jeden unterschiedlich.“

Ina O. hat „einfach aus Interesse“ einen Einführungskursus besucht und dann „Feuer gefangen“. Beim Handauflegen Teil einer „größeren Kraft“ zu sein, hilft ihr, sich selbst dabei zurückzunehmen und „nicht meine Bedürfnisse und Stimmungen auf andere zu übertragen“. „Als HeilerInnen“ sehen sich die Teilnehmenden ausdrücklich nicht, „bestenfalls helfen wir dem Körper der Empfangenden, sich selbst zu helfen“, sind sie sich einig.

Information: Interessierte können das Handauflegen bei einem offenen Tag am 14. Februar um 16:30 Uhr oder am 27. April um 17 Uhr unverbindlich kennenlernen. Auch bei den Taizé-Gottesdiensten im Kloster der Stille wird das Handauflegen angeboten. Der nächste Einführungskurs findet am 13./14. März statt. Weitere Informationen: www.kirche-der-stille-hannover.de