Aus Zwillingen werden Drillinge

Pressemitteilung Hannover, 31. März 2026
Foto: pkh/wal

Seit 2009 überreicht der amtierende Propst der katholischen Basilika St. Clemens eine „Zwillingsosterkerze“ dem Pfarramt der evangelischen Marktkirche – als Zeichen für die besondere Verbundenheit der beiden „Hauptkirchen“. Aus diesen Zwillingen sind nun Drillinge geworden. Eine dritte, gleich gestaltete Kerze wird nun auch der Neustädter Hof- und Stadtkirche geschenkt. 
 
„Für uns ist das ein Ausdruck der besonderen ökumenischen wie sozialen Zusammenarbeit zwischen der Hof- und Stadtkirche und uns als Basilika St. Clemens“, betont Propst Wolfgang Semmet. So ist die gerade am 21. März beendete ökumenische Essenausgabe in den Wintermonaten ohne die ehrenamtlich Engagierten der beiden Kirchen nicht denkbar: „Das ist ein starkes Zeichen für den Stadtteil, aber auch ganz Hannover, wenn es direkt in der Mitte ein solches Angebot gibt.“
 
„Ich bin jetzt seit einem Jahr hier in Hannover und habe die Zusammenarbeit als sehr freundschaftlich und bereichernd erlebt“, sagt Pastorin Dr. Ina Schaede. Dazu gehören sowohl der Austausch über Fragen des Glaubens als auch das Stadtteilfest, das die Kirchen in der Calenberger Neustadt im Sommer feiern. „Daher ist die gemeinsame Osterkerze ein tolles Zeichen dieser Verbundenheit.“
 
„Ich freue mich sehr, dass eine wunderbare Tradition fortlebt und erweitert wird“, ergänzt Pastor Marc Blessing von der Marktkirche: „Das ist ein schönes Symbol unserer Ökumene und dass durch die Kerze Licht in das Dunkel getragen wird.“
 
Entworfen und gefertigt wurden die Kerzen in diesem Jahr wieder von der Karmelitin Schwester Marija Marta, die im Karmel St. Josef in Hannover lebt und arbeitet. Seit November 2013 ist der Frauenorden der Karmelitinnen in der Landeshauptstadt ansässig. Die Gemeinschaft besteht aus neun Schwestern. Es ist ein kontemplativer Orden – das Gebet steht im Mittelpunkt des Lebens im Karmel.

Bei der Gestaltung der Kerze hat sich Sr. Marija Marta an einem Vers aus der Offenbarung, dem letzten Buch in der Bibel, orientiert: „Siehe, ich mache alles neu“ (Off 21, 5). Aus einem dunkel gehaltenen Kreuz wächst ein Zweig mit frischem Grün, der das alte Bedrohliche zerbrechen lässt.

Der Vers ist gleichzeitig die Jahreslosung der evangelischen Kirche in Deutschland. Für Sr. Marija Marta offenbart dieser Satz, dass Gottes Wirken alles heilt – auch heute noch: „Und Gott heilt alles, die ganze Schöpfung, alles Bekannte, jedes Leben.“ Gerade das Osterfest sei schon ein Vorgeschmack auf dieses Neue, immer dort, wo Gottes Gegenwart spürbar wird: „Wer auf Gott vertraut, lebt nicht aus Angst vor dem Ende, sondern aus Hoffnung auf einen neuen Anfang.“

Für Propst Semmet stehen Kerze und Motiv für die christliche Hoffnung auf erfülltes Leben und auf Frieden für die Welt: „Gemeinsamkeit ist stärker als Spaltung, gegenseitiger Respekt und Wertschätzung sind nicht nur Wesenselemente von Demokratie, sondern auch von unserem Glauben.“