In einer feierlichen Zeremonie am Donnerstag, 25. Juni im Rathaus Hannover erhält der ehemalige Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann die „Plakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover“. Oberbürgermeister Belit Onay wird ihm und weiteren Ausgezeichneten die Stadtplakette um 11.00 Uhr überreichen. Die Mitglieder des Rates der Stadt Hannover sind zu dem Festakt mit anschließendem Empfang eingeladen.
„Als Stadtsuperintendent des evangelischen Stadtkirchenverbandes Hannover und Pfarrer der Marktkirchengemeinde in den Jahren 2010 bis 2019 hat sich Hans-Martin Heinemann weit über seine dienstlichen Aufgaben und weit über seinen Ruhestand hinaus in herausragender und vielfältiger Weise für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Miteinander in Hannover eingesetzt“, heißt es in der Begründung der Auszeichnung. „Neben seinen organisatorischen und seelsorgerischen Aufgaben setzte er sich als Stadtsuperintendent innerhalb der Evangelischen Kirche für Reformen und den gesellschaftlichen Dialog in und mit der Kirche ein. Er engagierte sich in herausragender Weise für den interreligiösen Dialog, den öffentlichen Diskurs zu gesellschaftlichen Herausforderungen, setzte und setzt sich nachdrücklich ein für wichtige, kulturelle Projekte, zum Beispiel für die Erinnerungskultur.“
Hans-Martin Heinemann war bis 2019 Vorsitzender der Kulturstiftung Marktkirche. Von 2019 bis Januar 2026 war er Vorsitzender des Vereins „Internationales Kinder- und Jugendchorzentrum Christuskirche Hannover e.V.“. Weiterhin ist er Vorsitzender des Kuratoriums der S-Hannover-Stiftung der Sparkasse Hannover und Vorsitzender des Vorstandes der Langeschen Stiftung zu Hannover.
Er werde die Stadtplakette mit Dankbarkeit entgegennehmen, sagt Hans-Martin Heinemann. „Ich empfinde die Auszeichnung als eine Wertschätzung meiner beruflichen Arbeit als Stadtsuperintendent und auch meiner nachfolgenden ehrenamtlichen Arbeit“. Während seiner neunjährigen Amtszeit als Stadtsuperintendent sei ihm, wie schon seinen Vorgängern, der „Brückenschlag in die Gesellschaft hinein“ sehr wichtig gewesen. „Ich wollte besonders auch die Marktkirche als zentralen kirchlichen Ort für die Stadtgesellschaft offenhalten.“ So habe es dort beispielsweise nach dem Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo 2015 in Paris einen großen Gedenkgottesdienst gegeben, aber auch rund um das Gotteshaus ein fröhliches „Fest für alle“ zum Reformationsjubiläum 2017.
Nach seinem Ruhestand im Jahr 2019 hat Heinemann als ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins „Internationales Kinder- und Jugendchorzentrum Christuskirche Hannover e.V. maßgeblich daran mitgewirkt, das 1. Internationale Kinder- und Jugendchorfestival in Hannover im Mai 2024 zu veranstalten. International renommierte Chöre waren dazu eingeladen. Sie konnten dank großzügiger Förderung, nicht zuletzt durch die Stadt Hannover und die Sparkasse Hannover, auch aus Japan, den Philippinen, dem Baltikum, Armenien oder Südeuropa dazu anreisen. Eine Wiederholung des Festivals ist für 2028 geplant. Den Vorsitz des organisierenden Vereins hat jetzt Roger Cericius inne. An dem Umbau der Christuskirche zu einer Konzertkirche mit einem Probenraum für den Mädchenchor war Heinemann bereits seit Anfang seiner Dienstzeit mitbeteiligt. Besonders freut ihn, dass die Kirche jetzt auch Deckensegel erhalten hat, die die Akustik deutlich verbessern. „Diese Konzertkirche steht allen hannoverschen Chören offen“, betont Heinemann und würdigt dabei die breitgefächerte Musikkultur der Landeshauptstadt als „UNESCO City of Music“.
„Die Welt verändert sich. Massiv“, sagt Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes. „In diesen Zeiten fest an der Seite der Menschen in Hannover zu stehen, ist unsere Aufgabe. In der Begleitung von Menschen bei Höhen und Tiefen. In der Diakonie oder als größter Kulturträger der Stadt. Dafür stand und steht Hans-Martin Heinemann ein.“
Hans-Martin Heinemann kam aus Wiesbaden nach Hannover und stieß auf ein herzliches Willkommen in der norddeutschen Stadt. „Jetzt bin ich hier zuhause und das liegt auch an den Menschen, die mir diese Stadt zur Heimat gemacht haben“, sagt er im Hinblick auf viele persönliche Freundschaften und „fruchtbare berufliche Begegnungen, nicht zuletzt auch in der Ökumene“. „Ich bin ein Teil der Stadt geworden“, zieht Heinemann Bilanz. „Es freut mich, dass mit der Stadtplakette gewürdigt wird, dass ich das öffentliche Leben der Stadtgesellschaft mitgestalten konnte.“