Matthias Flierl ist jetzt als neuer Kirchenmusiker der Marktkirche Hannover 100 Tage im Amt

Pressemitteilung Hannover, 29. Mai 2026
Foto: Sabine Dörfel

Seit 100 Tagen ist der neue Kirchenmusiker an der Marktkirche, Matthias Flierl, jetzt im Amt. Am 1. März begann der 39-jährige Organist seine Tätigkeit an Hannovers zentraler Citykirche. Seine Bilanz fällt durchweg positiv aus. „Es ist ein Privileg, in ein so gut aufgestelltes Arbeitsfeld und professionelles Team zu kommen“, sagt Flierl. Aufgrund langer Planungszeiten stehe ein großer Teil des musikalischen Programms der Marktkirche für dieses Jahr bereits fest, „in diesem Rahmen kann ich jetzt meine Arbeit entwickeln“.

Flierl wuchs in der Nähe seiner Geburtsstadt Ansbach auf und saß dort auch mit 12 Jahren zum ersten Mal an der Orgel. Der junge Organist begleitete schon bald Gottesdienste. „Dass ich Menschen mit meiner Musik Freude machen konnte, hat mir meinen Platz im Leben gezeigt“, blickt er zurück. Er studierte Kirchenmusik in Lübeck „wegen der norddeutschen Orgel-Barockmusik“ und in Toulouse, „um die französische Romantik kennenzulernen“. In Berlin schloss er 2014 mit dem Master ab und in Weimar erwarb er diesen Titel noch in Alter Musik. Von 2015 bis 2026 arbeitete er als Bezirkskantor an der Versöhnungskirche in Waldshut. Dort hatte er die künstlerische Leitung einer Konzertreihe inne und verantwortete eine umfangreiche Chorarbeit mit Kindern und Erwachsenen. Seine Orgel-CD „Bel fiore danca“ mit Tänzen aus sieben Jahrhunderten erschien beim Label organum classics.

Auf die Annonce der Stelle an der Marktkirche stieß Flierl zufällig, kannte aber bereits das „internationale Renommee der hannoverschen Citykirche, die eine der zentralen Orgel-Konzertorte in Deutschland ist“. Gepasst hatte bei der Bewerbung auch, dass für ihn über die Konzerttätigkeit hinaus auch die musikalische Gestaltung der Gemeindegottesdienste „sehr wesentlich“ ist. „Ich möchte, dass sich Menschen sowohl im Konzert als auch beim Gottesdienst von meiner Musik berührt fühlen und ein intensives Erlebnis mitnehmen“, sagt der Organist. Die Beziehung zu seiner Zuhörerschaft ist ihm „sehr wichtig“. So begrüßt er vor Konzerten das Publikum und führt kurz in das Programm ein. „Auch im Anschluss an ein Konzert oder einen Gottesdienst bin ich da und beantworte gerne Fragen der Zuhörenden“, sagt Flierl.

Beste Voraussetzung für seine Arbeit biete das „spannende Ensemble“ der drei besonderen Orgeln der Marktkirche. Die große Goll-Orgel für die nahezu gesamte Orgelliteratur, die „kleine, feine italienische Orgel im Kirchenschiff nahe am Publikum“ und die Chororgel mit ihrer „besonders geglückten Aufstellung in der Mitte der Chorpodeste“. Vier größere Konzerte hat Flierl bereits gespielt, das Osterfest musikalisch mitgestaltet, jetzt beteiligt er sich an den Planungen für die Lange Nacht der Kirchen im September. Bei der langjährigen Traditionsreihe der Orgelkonzerte am Sonnabend-Abend setzt er weiter auf die Mischung aus „neuen großen Orgeltalenten und etablierten Künstlern“. „Für dieses Format möchte ich auch neue Schichten von Zuhörenden erschließen“, sagt der Musiker. Erweitern möchte er auch das Angebot von Orgelführungen, mit denen er sich an der Kirchenpädagogik beteiligt. „Ein erster Durchlauf im Mai war außerordentlich gut besucht“, berichtet er.

Flierl ist verheiratet und hat zwei Kinder. In Hannover sei die Familie inzwischen gut angekommen, die neunjährige Tochter singt bereits im Kinder- und Jugendchor der Marktkirche mit. Hannover sei durchaus eine familienfreundliche Stadt, sagt der Musiker, und kann teilweise gängige Vorurteile gegen die Landeshauptstadt nicht nachvollziehen. „Mit der Familie die Stadt erkunden“ sei sein derzeitiges Hobby, sind alle zu Hause, bekocht Flierl sie auch gerne und entspannt sich dabei.