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Stadtsuperintendent

Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes Foto: Markus Lampe

Als Stadtsuperintendent hat Rainer Müller-Brandes die Gesamtverantwortung für den Stadtkirchenverband, dem 60 Kirchengemeinden in Hannover, Seelze und Garbsen angehören. Dazu kommen knapp 70 Kindertagesstätten, die Diakonie sowie zahlreiche Jugend- und übergemeindliche Einrichtungen.

Am 1. Oktober 2020 hat der ehemalige Diakoniepastor Hannovers sein neues Amt angetreten. Hannover ist für den gebürtigen Lüneburger eine „Stadt, in der man sich kennt, die Menschen das Herz am rechten Fleck haben und trotz kirchlicher Zurückhaltung eine leise Sehnsucht nach Kirche zu spüren ist.“ Sein Anspruch: Kirche soll spirituell und diakonisch für eine Bevölkerung da sein, die durch soziale Unterschiede, Multikulturalität und viele Singlehaushalte geprägt ist. „Hannover ist Landeshauptstadt, Wirtschaftsstandort und Zentrum bedeutender Forschungseinrichtungen“, umreißt der Stadtsuperintendent das weitere Profil der Stadt.

Dreifach sei die Ökumene in Hannover gefordert. „Unter uns Christen, mit den Angehörigen anderer Religionen und mit denen, die sich zwar Atheisten nennen, jedoch spirituell suchend sind“, sagt Müller-Brandes. Mit dem Haus der Religionen gebe es ein Zentrum des „in Hannover außergewöhnlich gut funktionierenden interreligiösen Gesprächs“. Der Stadtsuperintendent weiß, dass sich die Kirche zukünftig auf eine abnehmende Zahl an Mitgliedern einstellen muss, doch er ist sicher: „Es wird in den nächsten Jahrzehnten eine Menge Inseln funktionierender Kirchlichkeit geben, die in die Gesellschaft ausstrahlen.“ Beispielsweise sei die Kirche größter Kulturträger der Stadt. „Künftig sollten wir Konzerte und Kulturveranstaltungen vielleicht noch stärker mit unserer Botschaft verbinden“, fordert der 52-Jährige.

Müsste der Stadtsuperintendent den roten Faden seines Glaubens beschreiben, wäre dies eine „Theologie der Freude“. Not lehre zwar beten, heiße es im Volksmund, doch „im Glauben soll die Freude nicht zu kurz kommen“, wünscht sich Müller-Brandes. Als „grundoptimistischer Mensch“ halte er sich nach wie vor an seinen Trauspruch „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.” (2. Timotheus 1,7)

Acht Jahre lang hat der Stadtsuperintendent vor seinem Amtsantritt das Diakonische Werk Hannover geleitet. „Wir dürfen uns in der Kirche nicht zu stark mit uns selbst beschäftigen“, ist eine seiner prägenden Erfahrungen. „Wir müssen dort sein, wo die Menschen uns brauchen und auch erwarten.“ Dazu gehöre, eine Sprache zu verwenden, „die sagt, was ist – auf Augenhöhe“, weiß Müller-Brandes.

Seine Leitungsfunktion als Stadtsuperintendent bedeutet Verantwortung und Macht. „Ich gestalte gern und bin zielbewusst, auch wenn das manchmal auf Widerstände stößt“, beschreibt sich der Theologe. Dass er in seiner Leitungsfunktion in ein Team eingebunden ist, gefällt ihm. Seit 2001 hat der Stadtkirchenverband Hannover ein geteiltes ephorales Leitungsamt. Leitungsaufgaben, die in anderen Kirchenkreisen einer Person zugeschrieben sind, werden in Hannover von den drei Superintendenten und der Superintendentin arbeitsteilig und im Team verantwortet. Dabei repräsentiert der Stadtsuperintendent als Vorsitzender des Stadtkirchenvorstandes den Stadtkirchenverband nach innen und nach außen. Zum Stadtkirchenverband gehören neben der Großstadt Hannover noch die Städte Garbsen und Seelze mit teilweise ländlichen Gemeinden. „Meine erste Pfarrstelle war auf dem Dorf“, erinnert sich der Stadtsuperintendent, der auch jetzt noch gerne in Stadtrandlage wohnt. Das Büro des Stadtsuperintendenten liegt zentral hinter der Marktkirche, die auch die Predigtkirche von Müller-Brandes ist.

Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Die Amtszeit eines Stadtsuperintendenten beträgt zehn Jahre. Nach dieser Frist kann sich ein Amtsinhaber wieder zur Wahl stellen.

Autorin: Sabine Dörfel/Referat für Öffentlichkeitsarbeit im Stadtkirchenverband

Kontakt - Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes

Büroleitung Stadtsuperintendentur Margarete Dunkel
Hanns-Lilje-Platz 3
30159 Hannover
Tel.: 0511 301 866-10